Förderverein Sr. Modesta-Hilfe e.V.
Förderverein Sr. Modesta-Hilfe e.V.

2 Vorträge von Schwester Sneha

Schwester Sneha war Ende November/ Anfang Dezember 2017 für einige Tage in Wackersberg zu Besuch.

Im Rahmen mehrerer interessanter Vorträge berichtete sie eindrücklich über die aktuelle Lage in Shapur und über die Projekte, die der Verein derzeit unterstützt.

 

 

 

--> Hier der Link zum Vortrag von Schwester Sneha in Fremdingen (Dezember 2017)

https://youtu.be/3vfDFvx4MIU

 

links im Bild: Schwester Sneha mit Frauen aus dem Nähprojekt

 

Vortrag Sr. Sneha, 26.11.2017

 

Liebe  Freunde

Ich bin Schwester Sneha aus Shahpur, wo Sr Modesta ihre letzten Lebensjahre verbrachte und wo sie auch beerdigt ist. Ich gehöre der „Congregatio Jesu“ an und bin in Shahpur in der Nähe von Patna eingesetzt. Wir sind 12 Schwestern und wir bieten unseren Mitmenschen Ausbildung, Gesundheitswesen und soziale Dienste an, um der armen Bevölkerung, den Kindern und Frauen in ihrer Entwicklung zu helfen. Ich bin mit  der Sozialarbeit betraut. Zusammen mit der Schwester Modesta – Hilfe Indien  und dem Kindermissionswerk bemühen wir uns um Leute, die in Armut leben.  Ich arbeite sehr daran, ihr Recht auf Lebensunterhalt, Ausbildung und Gesundheit sicherzustellen. Heute möchte ich  Ihnen einige Bilder zeigen, die das Leben der Menschen und besonders der Kinder in Shahpur zeigen.

Um das Leben der Mitmenschen und Kinder zu verbessern, arbeiten wir mit der Schwester Modeste - Hilfe Indien zusammen, um armen Kindern eine Schulausbildung in der Klosterschule zu ermöglichen.

 

Wir fördern 43 Kinder. Einige dieser Kinder sind Weisen, Kinder von Witwen, Kinder von Tuberkulose Patienten und die Kinder aus kinderreichen Familien. Und vor allem fördern wir Mädchen, bei denen eine Schulausbildung als unnötig empfunden wird.

 

Wir versorgen diese Kinder mit Schuluniformen, warmen Pullovern, Schuhen und Socken, Schulranzen und Bücher und verschiedenen Schreibmaterialien. Wir kümmern uns um die monatliche Schulgebühr und die jährliche Abgabe, die aus Gebühren für die Benützung der Bibliothek und der Computer besteht sowie den Kosten für die Instandhaltung der Schule und der Sportgeräte. Wir versorgen sie mit allem, was sie für die Schulausbildung benötigen, damit sie sich gegenüber den anderen Schülern gleichberechtigt fühlen. Nachdem diese Kinder aus einer der rückständigen Kaste stammen, wollen sich die anderen Kinder nicht unter sie mischen. Wenn sie alles haben, das sie für ihre Ausbildung benötigen und wenn sie unter unserer Anleitung sauber in die Schule kommen, dann akzeptieren die anderen Kinder sie leichter.

 

Hier in diesem Zeitrahmen kann ich nicht über alle Kinder sprechen, aber ich möchte Sie teilhaben lassen am Leben einiger dieser Kinder, deren Leben sich durch unsere Unterstützung  verändert hat.

 

1. Hier sehen Sie Gouri und Kajol, zwei Mädchen, die Waisen sind und von ihren Großeltern versorgt werden. Ihr Vater starb an Tuberkulose und die Mutter starb bei der Explosion des Gasherdes. Diese Kinder sehnen sich nach mütterlicher Liebe und Zuwendung. Da die Großeltern alt sind, haben wir die Mädchen  in unsere Schule eingegliedert. Nun stehen sie auf eigenen Füßen. Das verhindert auch, dass sie sexuell missbraucht werden.

 

2. Ruby, eine aufgeweckte Schülerin war gezwungen ihre Ausbildung abzubrechen, da ihr Vater ein Herzpatient ist und eine Operation benötigte. Ihre Mutter arbeitet unterbezahlt auf fremder Leute Felder. Auf Grund der Krankheit ihres Vaters musste sie die Schule abbrechen. Wir konnten ihr aber mit unserem Programm helfen.

 

3. Anisha, das kleine Mädchen kommt aus einem Dorf, das weit von Shahpur entfernt ist. Beide Eltern leiden unter Tuberkulose und mit ihrer schlechten Gesundheit verdienen sie zu wenig, um 5 Kinder zu ernähren.

 

4. Nisha ist das älteste Mädchen von 5 Kindern, deren Vater an einer Lebererkrankung starb. Sie stottert ein wenig. Ihre Mutter geht von Haus zu Haus auf der Suche nach Arbeit. Sie versucht ihr Bestes. Es ist immer schwer für eine Witwe 5 Kinder zu versorgen. Sie ist Analphabetin und hat keine Ausbildung, um die Familie zu ernähren.

 

5. Usha, Pradeep, Sunil, Akshay und Kushboo kommen aus einem Dorf der niedrigsten Kaste. Wir haben uns um sie sehr bemüht, da es in dieser Gemeinde niemanden gibt, der je eine Schule gesehen hat und die Menschen verstehen die Wichtigkeit einer Schulausbildung nicht. Sie leben davon, dass sie die abgeernteten Weizenfelder nach Körnern absuchen und auch Körner aus den kleinen Vorratshöhlen der Ratten einsammeln. Nachdem sie arm und rückständig sind will ihnen auch niemand Arbeit geben. Diese Kinder sind die erste Generation des Dorfes, die eine Schule besuchen. Wir kümmern uns sehr um diese Kinder, da sie leicht Opfer sogenannter Kinderehe werden können. Das passierte bei Akshay, einem 14 Jahre alten Jungen. Während der Sommerferien verheirateten ihn seine Eltern.                       

 

 

 

6. Anu und Anisha sind Schwestern und sie leben in einer traurigen Situation: Ihre Mutter verließ sie, nachdem der Vater einen Unfall hatte. Die Mutter nahm den kleinen Sohn mit und ließ die 4 Mädchen mit dem behinderten Vater, der nicht eine Rupie verdienen kann, außer er bettelt, zurück. Die Großeltern kümmern sich im diese Kinder.

 

Wir helfen den Kindern ihr Basiswissen durch Nachhilfestunden im Sommer zu verbessern. Sie erhalten zusätzliche Stunden in Englisch, Hindi und Mathematik. Wir ermutigen unsere Kinder, an außerschulischen Aktivitäten teilzunehmen. Ihr monatlicher Fortschritt beim Lernen wird von uns kontrolliert und wir besuchen ihre Familien regelmäßig.

 

Meine Freunde: Neben dem Förderprojekt bieten wir Nähkurse für Mädchen, Frauen und junge Witwen an, die nicht lesen und schreiben können. Pro Jahr bilden wir 100 Mädchen aus. Sie lernen 6 Monate bei uns. Wir unterrichten sie in der Handhabung einer Nähmaschine, wie man Bekleidung in verschiedenen Ausführungen zuschneidet und näht und wie man Maß nimmt. Handarbeitskurse zur Fertigung der Sterne werden angeboten. Einige von Ihnen erhalten am Ende ein Zeugnis, das ihnen hilft eine Arbeit zu finden. Wir überzeugten einige Mädchen uns bei der Herstellung der Schuluniformen zu helfen. Dadurch haben sie ein Einkommen. Dieses Jahr konnte ich zwei Mädchen aus Bihar nach Südindien schicken, wo sie 130,00€ monatlich verdienen, wovon sie 85,00€ an ihre Familien schicken.

 

Einige der Mädchen, die bei uns den Nähkurs abgeschlossen haben, sind nicht in der Lage in diesem Beruf weiter zu arbeiten, weil sie zu arm sind sich eine Nähmaschine zu kaufen. Wir unterstützen solche Mädchen, indem wir 50% des Nähmaschinenneupreises bezahlen.

Mit Ihrer Hilfe haben wir das Nähzentrum mit verbesserter Einrichtung für die Mädchen gestaltet. Wir haben neue Toiletten mit regulärer Wasserversorgung errichtet, sorgten für sicheren Stromanschluss und Licht, haben das Dach neu gedeckt und das Gebäude neu gestrichen. Außerdem geben wir den Teilnehmerinnen zeitgemäßen Unterricht in Gesundheit und Hygiene.

 Das bringt mich zum gesundheitlichen Aspekt unserer Bevölkerung: viele Frauen und Männer leiden an Tuberkulose: gegenwärtig unterstützen wir 10 Patienten mit Tuberkulosemedikamenten und Nahrungsmittel. Alle machen gute Fortschritte außer einer Frau, deren Lunge schwer betroffen ist – wir tun unser möglichstes.

 

Wir betreiben auch 11 nicht offizielle Ausbildungszentren für Kinder. Sie werden vom Kindermissionswerk  unterstützt  Einige dieser Kinder gehen in eine sogenannte Regierungsschule, viele aber nicht regelmäßig, da der Unterricht (erbärmlich) schlecht ist und oft ausfällt. In diesen Zentren haben wir 467 Kinder. Mit Ihrer Hilfe konnten wir diesen Kindern am 14. November warme Pullover geben; an diesem Tag wird in Indien der „Kindertag“ gefeiert  (der auf  Nehrus Geburtstag  zurückgeht).

Die Kinder haben die Möglichkeit die Klosterschule einmal pro Jahr zu besuchen, wo sie mit Spielen einen schönen Tag erleben. Begabte Kinder, die sonst in Armut leben, werden aus diesen Zentren ausgewählt und mit Unterstützung der Schwester Modesta-Hilfe Indien erhalten sie eine Schulausbildung in der Klosterschule. Die warmen Pullover erhielten die Kinder vom Schwester Modesta Verein.  Das Kindermissionswerk unterstützt den Bau kleiner Häuser, bestehend aus  einem Zimmer und einer Küche. Diese Häuser wurden vorwiegend für Witwen mit vielen Kindern errichtet, für Eltern mit Behinderung und Familien mit vielen Mädchen. So ein Haus bietet ihnen bei unwirtlichem Wetter, besonders bei Regen und im Winter, ein Dach über dem Kopf.

In Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern, die von den Schwestern der Congregatio Jesu geleitet werden, bieten wir der armen Bevölkerung Graue Star Operationen  an. Sie haben so ein besseres Leben. Letztes Jahr erhielten 40 Leute diese kostenlose Operation. Nachdem wir den Erfolg des letzten Jahres sahen, konnten wir dieses Jahr 125 Personen zu einem kostenfreien Eingriff verhelfen. Sie müssen nur einen minimalen Unkostenbeitrag von ca.  €7,00 für Medikamente zahlen. Zeitgemäße Gesundheitsreihenuntersuchungen führen unsere zu Ärztinnen und Pflegerinnen ausgebildeten Schwestern durch. Sie verbessern so die Gesundheit der Bevölkerung, die an Krätze, Hautausschlag, Blutarmut. Mangelernährung, fieberhaften Erkrankungen und Husten usw leidet.

 

 

 

 

Ich möchte Ihnen gerne versichern, dass die Schwestern der Congregatio Jesu, so nennt sich der Orden heute, (früher hieß er „Englische Fräulein“) in Patna und ich  auch in den kommenden Jahren der Angelegenheit der Armen verpflichtet sein werden. Die Armen sind bei uns an erster Stelle und werden es auch bleiben. Ich bin ganz sicher, Ihre Unterstützung unserer Mitmenschen wird in Shahpur für ein dankbares Lächeln und für eine gute Zukunft in der Gesellschaft sorgen. Ich danke jedem einzelnen von Ihnen für seine großzügige Hilfe und Einsatzbereitschaft gegenüber den Armen und Bedürftigen.

 Meine Mitschwestern und ich denken täglich  in unseren Gebeten an Sie. Ich danke allen, dass Sie heute Abend hier sind. Möge Gott Sie und ihre Familien segnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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